Geschichte von Dietmannsried

 

Steinzeitfunde im Regis weisen auf Menschen vorgeschichtlicher Zeit hin, Kelten und Römer siedelten hier. Ein 100-m-Quadrat-Grundriss mitten im Ort mag davon herrühren. Schwäbische Siedler rodeten das Waldland und führten den Pflug. Namhaft sind Dietmar und Rich(w)olf, sowie ein Probst (Amtsverwalter oder kirchlicher Würdenträger), geworden.


Etwa um 1100 hat ein unbekannter Dorfadel die Burg auf dem Inselweiher (Motte) errichtet. Erwähnt wurde Dietmannsried erstmals im Jahr 1349. Zur Frankenzeit schenkte Hildegard, Gemahlin Karls des Großen, dem Benediktinerkloster Kempten große Gebiete im Umkreis. Die spätere Fürstabtei (Stift Kempten) - sie bestand bis 1803 - war in Pflegeämter unterteilt. Das Pflegeamt Falken hatte von 1692 bis 1734 den Sitz in Dietmannsried (Haus Witt am Rathausplatz).


Fürstabt Albrecht von Hohenegg erwirkte während der Gegenreformation (1586) von Kaiser Rudolf II. das Marktrecht für Dietmannsried. Lange Zeit waren die Pferde- und Viehmärkte bedeutsam. Ein Fürstabt ließ Ende des 18.Jahrhunderts das Sommerschlößle in Kiesels erbauen, ein anderer versah die Pfarrkirche Sankt Georg in Reicholzried mit spätbarocker Zier. Ritter bewohnten die Burgen Illerberg, G’fäll, Dietersburg, Sachsenried und die Wasserburg Haslach. In Überbach stand eine Burg, die nach dem Bauernkrieg zerstört und als Schloss wieder aufgebaut wurde. Heute erinnert nur noch ein Gedenkstein daran.


Eine reichsstädtische Straße führte über Heising nach Kempten, die stiftskemptische über Krugzell ging durch die Furt der Iller, später über die Brücke bei Schwarzenbach. Fuhrwerke hielten in Dietmannsried, die Poststation war bedeutsam, auf der Iller trieben Flöße abwärts.


Die Illerbrücke bei Schwarzenbach wurde gegen Ende des 2. Weltkrieges 1945 gesprengt und bald wieder neu errichtet. 1863 wurde die Illerbahn eröffnet. Der Bahnhof samt Güterhalle erhielt auch für die weite Umgebung große Bedeutung. Das Geschäfts- und Kulturleben blühte auf, mittelgroße Betriebe entstanden; Kindernährmittelwerk, Druck- und Alufolienwerk, Gardinenfabrik; Handwerk und Gewerbe blieben erhalten.


Zahlreiche Evakuierte kamen, Flüchtlinge und Heimatvertriebene siedelten sich an. Durch Ausweisung großer Baugebiete wurden viele sesshaft, der Bau von Eigenheimen und Wohnanlagen beseitigte die Wohnungsnot.
Der Marktort mit 1.100 Einwohnern hatte dann 2.200 und nun über 4.200, er nahm während der Gemeindegebietsreform 1972 Reicholzried und Überbach, 1978 Probstried und Schrattenbach auf. Die Bundesstraße 19 verlief mitten durch den Ort mit ständig zunehmender Verkehrsbedeutung und wurde durch den Bau der Schnellstraße „B19 neu“ entlastet - diese ist inzwischen zur Autobahn A 7 ausgebaut worden.
Das Schwimmbad wurde 1971/72 völlig umgebaut. 1973 wurde das neue Volksschulgebäude mit Grund- und Hauptschule für über 1.000 Schüler eröffnet. Später kam das Sportzentrum mit 400-m-Rundbahn, Betriebssportgebäude und Festhalle hinzu. Im Jahre 1996 wurde die Dreifachsporthalle Dietmannsried eröffnet. Die Festhalle Dietmannsried und die Sport- und Festhalle Probstried bietet für Veranstaltungen die ideale Räumlichkeit.
Die mechanisch-biologische Klärung der Abwässer für Dietmannsried, Probstried und Überbach erfolgte seit 1967 in der Kläranlage Dietmannsried und für Reicholzried seit 1985 in der Klärananlage Reicholzried. Diese wurden abgebrochen, da der Anschluss an das Gruppenklärwerk Kempten erfolgt ist.
Der Ortsteil Schrattenbach erhielt eine neue Kanalisation mit Abwasserleitung über Gemeinderied zur Anschlussstelle Überbach.
2003 wurde eine Ortsumfahrung sowie ein Seniorenzentrum eröffnet. In Schrattenbach begann 2009 eine Dorferneuerung, die 2014 mit der Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses abgeschlossen wurde. Im Frühjahr 2014 eröffnete die zweite Kinderkrippe in der Gesamtgemeinde.


Auch bei den Kinder- und Jugendangeboten steht Dietmannsried mit seinen Angeboten ganz vorne. Seit Oktober 2014 können in der Schul-, Gemeinde- und Pfarrbücherei an 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr ca. 11.000 Medien Online ausgeliehen werden. Somit stehen jedem Büchereinutzer eBooks, ePaper und eAudio zur Verfügung. Zur Ergänzung des breiten Angebotes für die Jugend gibt es seit Januar 2015 ein Jugendparlament mit eigener Geschäftsordnung. Ebenso wird im Jahr 2015 das Betreuungsangebot noch weiter ausgeweitet – als freiwilliges Angebot der Gemeinde werden erstmals für Kinder bis sechs Jahre eine Ferienbetreuung angeboten und somit die Schließzeiten aller Kindertagesstätten unserer Gesamtgemeinde im August komplett überbrückt.