Zum Inhalte springen

Dietmannsried

im Allgäu.

Leichte Sprache Icon

Gewässerqualität am Sachsenrieder Weiher - Zerkarien (Badedermatitis)

Das Gesundheitsamt des Landratsamtes Oberallgäu ist Hinweisen nachgegangen und prüfte am 04.07.2025 die Wasserqualität des Sachsenrieder Weihers. Im Uferrandbereich wurde bei Schnecken ein geringes Aufkommen von Zerkarien entdeckt. Laut Landratsamt besteht für Menschen keine Gesundheitsgefahr. Trotzdem möchten wir Sie über die Zerkarien aufklären.

©Markt Dietmannsried

Treten nach dem Baden in einem natürlichen Bachgewässer juckende Hautausschläge auf, handelt es sich häufig um Badedermatitis, auch Entenbilharziose, Zerkarien-Dermatitis oder im Volksmund "Weiherhibbel" genannt.

Zerkarien sind Larven von Saugwürmern, die in Wasserschnecken leben und beim Men-schen Hautausschläge (sogenannte Badedermatitis) verursachen können. Die Zerkarien befallen die Hautoberfläche und sterben in der Regel nach kurzer Zeit ab, es kommt zu unange-nehmen Rötungen und starkem Juckreiz.

Gefährdungszeitpunkt
Vor allem von Juni bis September mit einem Maximum im Juli bis Anfang August ist damit zu rechnen. Die Wassertemperatur und lange Sonnenscheinperioden können einen Einfluss auf die Anzahl der infizierten Schnecken haben. Besonders viele Zerkarien können im Wasser sein, wenn auf einige kühlere Tage mit bedecktem Himmel ein Schönwettertag folgt. Schwimmer und vor allem spielende Kinder in Flachzonenbereichen, in denen sich die Schnecken bevorzugt aufhalten, können dann von vielen Zerkarien befallen werden.

Erkrankung
Erstinfektionen verlaufen in der Regel ohne klinische Symptome, es kann jedoch gelegentlich auch schon nach wenigen Minuten nach dem erstmaligen Kontakt ein leichtes Hautjucken auftreten, das von kleinen roten Flecken begleitet ist. Wird der gleiche Mensch zu einem spä-teren Zeitpunkt nochmals befallen, kann dies durch eine Sensibilisierung zu der für das Bild der Badedermatitis typischen allergischen Reaktion, einem juckenden Hautausschlag, dem makulopapulösen Exanthem, führen. Die Symptome klingen nach 10 bis 20 Tagen ab.

Therapie und Verhaltensweisen
Die Badedermatitis wird ausschließlich symptomatisch behandelt, vor allem durch die Verabreichung von juckreiz- und entzündungshemmenden Salben, Gelen oder Lotionen.

Prophylaxe
In Gewässern, in denen Zerkarien auftreten, können folgende Verhaltensweisen das Risiko eines Zerkarienbefalls verringern:
•    Längere Aufenthalte im Flachwasserbereich vermeiden (gerade Kinder sind gefähr-det)
•    Meiden von oder nur kurzer Aufenthalt in Bereichen mit dichtem Wasserpflanzen-Bewuchs
•    Baden in den frühen Morgenstunden vermeiden, da sich in dieser Zeitspanne die meisten frei schwimmenden und damit infektiösen Zerkarien im Wasser aufhalten
•    Bevorzugt in tieferen oder leicht strömenden Bereichen schwimmen
•    Nach dem Schwimmen die Badesachen wechseln
•    Körper mit einem Handtuch gut abreiben (Zerkarien trocknen schnell aus)
•    Vorsorglich keine Wasservögel füttern, da größere Populationen das Vorkommen der Zerkarien befördern

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bayerischen Landesamtes für Ge-sundheit und Lebensmittelsicherheit